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Ich bin Zersetzung - David Prieth 

Publikationsbeitrag Ausstellungskatalog NOT , 2018

ICH BIN ZERSETZUNG, Installation, Badewanne, Rasierklingen, Fleischerhaken, selbstgebrannter

Brennnesselschnaps, Brennnesseln, rote Farbe, Sound, 220 x 150 x 180 cm, 2018

Eine Badewanne, Schlachthaken, rund 300 Rasierklingen und in der Mitte ein Weinglas - Assoziationen mit Suizid sind bei David Prieths Installation Ich bin Zersetzung naheliegend. Stoff, der sich nahtlos in die bisherige Thematik seiner Arbeiten über psychische und physische Krankheiten, Leben und Tod, Sexualität, Lustlosigkeit und die dazugehörige Verbindung zum menschlichen Körper einreiht und dabei versucht, Fragen zur Bedeutung dieser Themen in der Gesellschaft aufzuwerfen. Mit einer sehr direkten und unvermittelten Sprache konfrontiert er Besucher_innen und Zuseher_innen mit persönlichen und intimen Überlegungen und Erfahrungen, ohne dabei aber zu viel von sich selbst preiszugeben, um so Raum für eigene Erinnerungen, Gedanken und Interpretationen freizulassen. Die karminroten Buchstaben in der Wanne, die die titelgebenden Worte „Ich bin Zersetzung“ schreiben, sind genauso wie die Brennnesseln, die hier fermentiert in den Glasflaschen am Boden zu finden sind, ein wiederkehrendes Motiv in Prieths Arbeit. Ebendieser Brennnesselschnaps kann in Verbindung mit dem Weinglas gesehen werden, um den Aspekt der Suchtproblematik nicht nur optisch, sondern auch aromatisch zu verdeutlichen. Das zusätzliche Plätschern von Wasser im Hintergrund lässt die Installation zu einer intensiven holistischen, beinahe schon bedrückenden Erfahrung werden.

© Bettina Siegele 2020

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